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Ihr wurdet offenbar von Lycos zensiert
e83 · 2009-09-20 19:58
WikiLeaks hat vor kurzem die Zensurliste des untergegangenen Providers Lycos erhalten. Eure Seite ist auch darauf zu finden: http://bit.ly/8jRLf
Häufig hat sich unsere WG beim Surfen gefragt, Gibt es in Deutschland keinen organisierten (?radikalen) Veganismus oder sind die alle nur nicht online? Auf internationalen (vor allem US-) Seiten wimmelt es nur so von bunten Kochbuch- und anderen Blogs, von kritischen Seiten zum Thema Ernährung und dem ganzen Spektrum, das ihr sicherlich besser kennt als ich.
Bald, nachdem wir einen sehr populären Film über Ketten-Fastfood und seine Konsequenzen geguckt hatten, wurde bei weiteren Recherchen klar: Ein großer Teil der deutschen Szene scheint (nur oder schwerpunktmäßig) international aktiv zu sein (oder müsste ich sagen, transnational?).
Ich weiß es nicht, ob Ihr Positionen dazu entwickelt habt, wie wichtig oder unwichtig ist, Menschen in ihrer eigenen Sprache zu erreichen. Ein gewisser Teil der InternetnutzerInnen ist sicherlich nicht mit dem Englischen hinreichend vertraut, um darin über Themen zu lesen, die sehr komplex sind und teilweise bisherigen Meinungen und Lebenspraxen widersprechen.
Meiner Meinung nach ist es wichtig, eine kommunikative Breite anbieten zu können, um Ideen voranzutrieben. Dafür ist es auch wichtig, Leute in Deutschland (bzw. dem Gebiet, das die Allgemeinheit mit diesem Wort bezeichnet) auf deutsch zu erreichen. Diese Breite sollte also nicht nur thematisch und hinsichtlich der vertretenen Positionen gegeben sein, sondern auch hinsichtlich der Sprache(n) bzw. Sprachvarietäten, derer frau/man sich bedient.
Ich möchte mich NICHT inhaltlich beteiligen. Meine partizipativen und emanzipatorischen Kernthemen sind noch ein wenig vom Alltag entfernt und ehrlich gesagt, sind mir manche V-emanzipatorischen Praxen entweder zeitlich zu aufwändig oder aus anderen Gründen momentan nicht praktikabel - hoffentlich ist es nicht ZU speziesistisch wenn ich sage, ich mag es manchmal, meinen inneren (ich gebe es zu: omnivoren) Schweinehund zu schonen.
Aber ich würde mich freuen und ggf. gerne auf eine passende Weise beteiligen, wenn ich in den nächsten Monaten MEHR als bisher über Blogs, Tweets und andere Kommunikationsformen on- und offline stolpere, die emanzipatorische Ernährungspraxen als attraktiv darstellen, anstatt diejenigen, die diese (?noch) nicht in ihr Leben integriert haben in den carnivoren Rückzug zu schocken oder in Bausch und Bogen als FaschistInnen zu verdammen - eine (Ergebnis-)offenere, tolerantere und wohlbedachte Kommunikation hilft emanzipatorischen Bewegungen in der Regel, ihre (Außen-)Wirkung enorm zu verbessern.
Eure Ideen, Meinungen und Praxen sind sicherlich wertvoll und für ALLE Menschen auf dieser bunten Erde erwägenswert. Nur müssen sie auch auf eine Art und Weise angeboten werden, die den Bedürfnissen dieser Menschen gerecht wird.
Überprüft Eure Erreichbarkeit - können alle die das wollen (Abhängig von nationalen oder anderen Gesetzen, Provider-Regelungen usw.) und die Ihr erreichen wollt auch tatsächlich auf Eure Diskurse zugreifen und sich beteiligen? Diese Frage ist nicht nur technisch, sondern auch (alltags-)politisch.
Alles Gute bei Euren guten und wohl durchdachten Projekten!
-- ein nicht-involvierter Sympathisant