open news
Tübingen: Antifa-Aktion gegen Universelles Leben
yetzt · 2007-11-07 02:07
Laut einem Artikel bei Indymedia, haben einige antifaschistische Menschen in Tübingen eine Demo der totalitären Organisation «Universelles Leben» gestört.
Kommentare
moglee:
Zitat aus dem Indymedia Artikel:
In einer Broschüre wiederum war die Rede von „Schweine-Ghetto“, „Hühner-Folterkammern“, „Puten-Todeszelle“, „Kaninchenmassenlager“ oder über die Jagd wurde mit der Überschrift „Jagd- Terror aus dem Hinterhalt“ geschrieben. Begriffe aus den menschlichen Leben werden stark auf Tiere übertragen. Damit werden Mensch und Tier gleichgesetzt und krude Holocaust-Analogien sind dann nur noch die logische Folge.
Antifa schützt vor Speziesismus nicht.
2007-11-07 08:23
puenktchen:
"Antifa schützt vor Speziesismus nicht." - aber natürlich nicht. ganz im gegenteil, speziesismus ist eine grundvoraussetzung eines fundierten antifaschismus. die gleichsetzung von mensch und tier, von gesellschaft und natur ist etwas, was ihr antispeziesisten mit den faschisten gemein habt.
2007-11-07 08:32
yetzt:
wie lautet denn deine definition von antifaschismus? sie muss krude sein, deiner argumentation nach.
2007-11-07 12:53
balu:
Yetzt, dein rotes bändchen auf der demo in düsseldorf war echt süss...
2007-11-07 17:48
puenktchen:
na "antifaschismus" lässt ja sprachlich nicht viel raum für definitionen.
ziemlich diffus hingegen ist der faschismusbegriff. gemeinsam ist dem, was man als faschismus bezeichnet aber doch erstens die unterordnung der interessen des einzelnen unter die einer imaginären volksgemeinschaft und zweitens die biologistische begründung dafür. kampf der völker ums dasein etc. blablub als direkte übertragung des "kampfes" der arten in der evolution. übler biologismus halt.
und wie gesagt sehe ich da bedenkliche parallelen zu tierrechtlern & antispeziesisten. allerdings versuchen diese umgekehrt, die regeln der gesellschaft auf die natur zu übertragen. die motive mögen zwar lobenswerter sein, der inhalt ist genauso gefährlicher unsinn.
2007-11-08 18:14
tyrannicida:
Und ich dachte immer ein Kernmerkmal des Faschismus sei, dass anderen Gruppen das Recht auf Leben abgesprochen wird.
Hab ich mich wohl geirrt.
2007-11-10 05:27
puenktchen:
ja - anderen menschen. was eine folge des biologismus ist. in der natur gibt es nun mal kein recht auf leben.
2007-11-13 13:00
tyrannicida:
Speziesismus scheint mir jedoch doch auch sehr auf Biologismus aufgebaut zu sein, dahingehend dass das Verhalten zwischen Mensch und Tier in unserer Gesellschaft auf dem in der Natur aufbaut und Mitleid daher ausgeschlossen wird bzw. als unnütz abgelehnt wird.
Eine speziesistische Antifa erscheint mir als unreflektierte Bewegung.
2007-11-17 06:17
puenktchen:
die deutung sozialer verhältnisse mit biologischen ansätzen ist biologismus. wer hingegen die natur mit hilfe der biologie deutet, ist doch kein biologist. wie willst du sie den sonst deuten? geschichtsphilosophie & herrschafttskritik sind gesellschaftwissenschaftliche ansätze, deren übertragung auf die natur irrsinnig ist.
2007-11-18 19:04
tyrannicida:
Daraus entnehme ich, dass weniger schonungsloses Verhalten gegenüber Tieren absurd ist?
2007-11-19 10:38
nadine:
Vorsicht! Pünktchen gehört zur Website Antivegan!!!!! Ich hab sie verlinkt. Das sind keine Veganer/innen genau das Gegenteil!!!!!!! Vorsicht!!!!
puenktchen:
@ tyrannicida: wieso? es gibt ja noch ein paar andere begründungen neben antispeziesismus. z.b. ganz banales mitleid.
@ nadine: lol! hast du etwa angst, dass das ansteckend ist? und wenn du schon links setzt, dann doch besser auf was thematisch zusammenhängendes. hier z.b.: http://www.antivegan.de/forum/index.php?topic=17279.msg246418#msg246418
2007-11-19 15:16 · www
pd:
"die deutung sozialer verhältnisse mit biologischen ansätzen ist biologismus. wer hingegen die natur mit hilfe der biologie deutet, ist doch kein biologist."
Die Deutung sozialer Verhältnisse mit biologischen Ansätzen nennt man Soziobiologie. Was ist daran auszusetzen? Bezweifelst Du etwa, dass soziale Systeme einen biologischen Ursprung haben? Nur wer davon, dass soziale Systeme einen biologischen Ursprung haben, ableitet, der Mensch müsse so oder so handeln, der ist Biologist bzw. Sozialdarwinist. Genauso ist es aber auch, wenn ein Mensch auf den biologischen Ursprung der restlichen Natur hinweist, und damit sein Verhalten nichtmenschlichen Tieren gegenüber rechtfertigen will. Auch das ist dann nichts anderes als Biologismus oder Sozialdarwinismus.
2007-11-29 08:25
pd:
Speziesismus lässt sich somit genausowenig mit "biologischen" Argumenten rechtfertigen, wie Rassismus oder Faschismus.
2007-11-29 09:00
puenktchen:
gegen soziobiologie an sich habe ich nichts einzuwenden. aber sobald sie die grenze zwischen natur und kultur überschreitet, wird sie biologistisch. wo die grenze genau liegt, ist natürlich gerade gegenstand der debatte und wird von biosoziologen sicher anders bewertet als von soziobiologen. ein biologischer ursprung des sozialen system familie ist naheliegend, beim sozialen system rentenversicherung hingegen eher fernliegend.
mit "müssen" hat das alles nichts zu tun - das ist die frage der existenz des freien willens. man könnte aber sagen, dass biologisten aus dem angeblichen sein ein sollen ableiten. dass scheinst du auch zu meinen, wenn du im folgenden von rechtfertigung sprichst. allerdings ist deine argumentation auch hier fehlerhaft: wer auf das fressen & gefressenwerden in der natur hinweist und dich fragt, wieso er nicht auch so handeln sollte, macht keine normative aussage und rechtfertigt auch nichts. er fragt dich nach einer begründung für deine normative aussage, er solle z.b. kein fleisch essen. wohl niemand stellt sich hin und behauptet, man solle fleisch essen, weil [biologistischer blablab]. wenn du ein beispiel dafür kennst, wäre ich für einen hinweis dankbar.
kurz: du drehst in typischer veganer diskussionmanier die beweislast um und verlangt von denen, die nicht deiner meinung sind, sich zu rechtfertigen, statt zunächst deine moralischen regeln zu begründen.
2007-12-01 12:20 · www